Als vollendete Homo sapiens massen wir uns in der subjektiven Wirklichkeit an, die innere und äussere Welt zu beurteilen, das Wahrgenommene nach eigenem Ermesse zu verurteilen und darüber hinaus ein Urteil zu sprechen. Wir haben uns zu selbst-gefällig Verherrlichten, erhaben Verblendeten und zugesprochen Verantwortlichen herangebildet. Der Homo libertas hat in uns seine Gestalt aufgerichtet.

Ein geistig «Alles» hat sich in uns heranzubilden, damit es mit dem gegenteiligen Prinzip, dem geistigen «Nichts», in ein bewusstes Verhältnis treten kann. Das Eine beruft sich auf die Frage «sein oder nicht sein» und das Andere antwortet mit «sein und nichts-sein».

Die beiden Prinzipien sind polar zueinander angelegt. Sie benötigen ein vermittelndes Element, das «seiende Sein». Viele bilden sich ein, diesen Zustand mit auserlesenen Praktiken spirituell aufsuchen zu können. Sie erwirken dies aber lediglich im Schein, in der Illusion und in der Fiktion.

Wo wir uns in diesem evolutiven Vorgang gegenwärtig selbst aufhalten, sei dies im Christentum, im Judentum, im Islam oder in der östlichen Philosophie, wird uns in der Selbstbespiegelung aufgezeigt.

Je reiner wir uns dabei beobachten, umso eindrücklicher erscheint uns das eigene bedürftige Wesen.