Aus der theoretischen Soziologie ist zu vernehmen: Auf drängende Zeitfragen können wir nicht mehr verlässlich antworten, wir haben uns neu zu orientieren.
Der über Fachkreise hinaus bekannte Soziologe Ulrich Beck beschreibt in seinem Konzept «Die Metamorphose der Welt» die Entstehung einer kosmopolitischen Risikogesellschaft, in welcher die vertrauten Gewissheiten vollkommen wegfallen. Es gilt nicht nur den nachvollziehbaren Wandel zu beschreiben, sondern auch die unvorhersehbare geistige Verwandlung zu berücksich-tigen, von welcher wir nicht wissen, was sie uns bescheren wird.
Begeben wir uns auf einen Exkurs ins Gefüge des Mensch-Geist-Verhältnisses, treffen wir in der Theorie wie auch in der Lebenspraxis auf das Ur-System der «Polarität in der Dreiheit».
Geistiges und Soziales sind als zwei Welten in Einem zu erfahren. Führen wir sie zusammen, können wir den Herausforderung der Zeit mit anderen Augen begegnen.
Einst existierten wir von Instinkten getrieben, heute bezeichnen wir uns im an sich bindenden Geist als weisheitsvoll und vernünftig. Es erwartet uns die Befähigung, das irdische Da-sein aus der überschauenden Warte heraus reinen Geistes zu beobachten. Wir sind dann Beobachter und Beobachtetes zugleich.